Blendendes Kino: Verblendung

Die Bücher sind der Kracher, und die erste der drei Verfilmungen lässt auch keine Wünsche offen: Stieg Larssons „Verblendung“ ist beste Kino-Unterhaltung: Spannend, emotional, hochwertig – und nah an der literarischen Vorlage.

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Mikael Blomkvist, investigativer Journalist, hat nach einer juristischen Niederlage um eine Enthüllungsstory Zeit für einen privaten Auftrag: Er soll das vierzig Jahre alte Rätsel um das Verschwinden der Industriellen-Nichte Harriet Vanger lösen. Eine Aufgabe, die ihm tiefe Einblicke in die „bessere“ schwedische Gesellschaft bietet, inklusive Nazi-Verstrickungen und persönlicher Abgründe in der Vanger-Sippschaft.

Die eigentliche Hauptfigur ist jedoch eine der seltsamsten der Kinogeschichte: Lisbeth Salander, eine geniale Ermittlerin, Hackerin, die ohne ihren Apple-Computer nur ein halber Mensch ist. Und die dazu schwerwiegende persönliche, psychische Probleme hat. Eine erstmal nicht sympathische Person, die aber sowohl Mikael, wie auch dem Leser und Zuschauer schnell ans Herz wächst. Das war im Buch auch schon so – wenn auch noch zurückhaltender, stiller, sehr sehr schweigsam. Das hat Regisseur Niels Arden Oplev aber prima hinbekommen, denn eine fast nur schweigende Hauptfigur hat es im Kino ungleich schwerer als im Buch.

Überhaupt hat Oplev nahezu alles richtig gemacht: an den richtigen Stellen gekürzt (z.B. die Beziehung zwischen Blomkvist und seiner Kollegin Erika Berger, Debatten in der Millenium-Redaktion etc.), excellente Schauspieler besetzt – und seinen Plot auf die eine wesentliche Story beschränkt. Auf die nämlich, die der schwedische Titel auf den Punkt bringt: „Von Männern, die Frauen hassen“. Was mit denen passieren kann, das zeigt der Film sehr eindrucksvoll. Ja, manchmal vielleicht ein bisschen zu eindrucksvoll, das wäre auch meine einzige Kritik an dem Streifen. Da ist FSK 16 schon gerechtfertigt.

Das Beste übrigens: In Schweden kommen diesen Herbst auch der zweite und dritte Teil in die Kinos, Teil 2 ist bei uns für Anfang 2010 angekündigt. Gott sei Dank also kein jahreslanges Warten auf die Fortsetzungen wie bei Harry Potter oder Star Wars.

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