Netherlands: Twelve Points! – Der große ESC2013-Check.

Es wird wieder gesungen! Um die Krone Europas. Am 18. Mai steigt der „Eurovision Song Contest“. Inzwischen haben alle Länder ihre Teilnehmer nominiert, ich hab sie mir alle angehört. Und hier mal ganz subjetiv aufgeschrieben, wie sie mir gefallen haben.

Wer nicht bis zum Ende des Artikels warten will: Für mich steht Anouk aus den Niederlanden mit nem Hammersong ganz oben. Aber auch Russland und die Schweiz liefern sehr Gefälliges ab. Wer die anderen Punkte bekommt – und warum:

Albanien | Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko: Identitet

Rockzombies. Wenn der Gottschalk da Luftgitarre spielen würde, fiele das auch niemandem auf. Ich verteile großzügige 0 Punkte zum Anfang.

Armenien | Gor Sujyan: Lonely Planet

http://www.youtube.com/watch?v=9-adWUH4rac

Haare schneiden und rasieren, dann kannste vielleicht nochmal wiederk… Ach nee, selbst dann lieber doch nicht. Schon wieder 0 Punkte.

Aserbaidschan | Farid Mammadov: Hold Me

Aserbaidschan ist immer solide unterwegs beim ESC. Auch diesmal wieder eine ordentliche Ballade. Nicht die stärkste im Feld, aber verstecken muss sich das hier auch nicht. 4 Punkte von mir.

Belgien | Roberto Bellarosa: Love Kills

Boaahhh, wat ein 08/15-Mist! Der trifft die hohen Töne ja noch schlechter als sein Kollege aus Schweden. Wobei die beiden derselben Castingshow entsprungen sein könnten. Schlimme 0 Punkte.

Bulgarien | Elitsa Todorova & Stoyan Yankulov: Samo Shampioni

http://www.youtube.com/watch?v=HO9scCotVlk

Ein Dudelsack bei den Bulgaren, dazu Balkangeleier. Grauenhaft! Minus 0 Punkte!

Dänemark | Emmelie de Forest: Only Teardrops

Bah! Blockflöte!! Aber okay, das ist mein Trauma… Sonst ne ganz hübsche Nummer, ESC-typisch, bisschen sehr geschrien und wehleidig. Aber um Längen nicht das Schlechteste hier. Trotzdem reichts nur für 0 Punkte.

Deutschland | Cascada: Glorious

Nix Besonderes, diese Nummer. Leider. Dabei könnten Cascada was Tolles draus machen: Singt doch den ersten Teil bis rein in den erste Refrain akustisch. So wie vor dem Vorentscheid im ARD-Morgenmagazin zu sehen und zu hören. Da kann Natalie zeigen, wie gut sie wirklich singen kann. Und dann mittendrin: BAAMMM! Tempowechsel. Party! Dann sagt auch keiner mehr, dass das ja nur Euphoria 2 ist. Aber ob die NDR-Verantwortlichen diesen Blog lesen? Dem eigenen Land darf ich ja keine Punkte geben.

Estland | Birgit Õigemeel: Et uus saaks alguse

Frau im weißen Kleid singt Lied. Nicht mehr und nicht weniger. Na okay, wie sie das RRRRR rrrrrollt, ist ganz putzig. Aber das Lied ist langweilig. Wenn auch solide vorgetragen. Punktausbeute: 0.

Finnland | Krista Siegfrids: Marry Me

Alberne Hochzeitskleidnummer. Ich lehn den Antrag mal rundheraus ab. 0 Punkte.

Frankreich | Amandine Bourgeois: L’Enfer Et Moi

Schön! Kein Eurodance. Ein hartes, dunkles Chanson. Trifft nicht den Massengeschmack, aber bleibt im Kopf. 5 Punkte.

Georgien | Sophie Gelovani & Nodi Tatishvili: Waterfall

Oh, das erste Duett. Bisschen fett instrumentiert, zu dick aufgetragen von Anfang an. Da steigert sich nix, die gehen gleich in die Vollen. Soll man ja beim ersten Date auch nicht machen, dann geht’s schief. Hier auch. Irgendwie wird das ganz Gefühl zugeschrien. 0 Punkte.

Griechenland | Koza Mostra & Agathonas Iakovidis: Alcohol Is Free

So wär’s geworden, wenn wir La Brass Banda gewählt hätten… Seeehr traditionell. Angerockt. Drüber. Nicht meins jedenfalls. Deshalb mal wieder 0 Punkte.

Großbritannien | Bonnie Tyler: Believe In Me

„Keine is geiler wie die Tyler!“ … galt früher mal. Was haben die Briten eigentlich derzeit mit der Wiederbelebung von Altstars für den ESC? Letztes Jahr Engelbert, jetzt Bonnie. Ein braves Liedchen, das werden wir garantiert oft im Radio hören. Bonnies Röhre ist immer noch dieselbe, bestimmt machen sich die Haare auch in der Windmaschine prima. Also im Luftstrom der Windmaschine. Aber für nen ESC-Erfolg einfach zu nett, zu vorhersehbar. Schade eigentlich. Von mir ganz persönliche 6 Punkte.

Irland | Ryan Dolan: Only Love Survives

Was ist nur aus den Iren geworden? Vermutlich können die sich die Contest-Ausrichtung nicht leisten und schicken deshalb so eine farblose, nichtssagende Nummer nach Malmö. Präsentiert mit dünnem Stimmchen, das sich auf der DSDS-Bühne ganz gut machen würde. Zum Rauswählen. 0 Punkte.

Italien | Marco Mengoni: L’essenziale

Auf einer Kuschelrock-CD käm das gut an. Italienisch klingt ja auch mal schön. Aber für eine gute ESC-Platzierung fehlt der Nummer aus meiner Sicht der Schwung. 0 Punkte gibt’s dafür.

Island | Eyþór Ingi Gunnlaugsson: Ég á líf

Als das Video anfing, dachte ich „Ist das der Kalkofe mit ner Parodie?“. Diese Jesus-Frisur und das Betroffenheitsgetue taugen nämlich zu nicht mehr als ner Karikatur. Was heißt langweilig auf Isländisch? In Zahlen jedenfalls: 0 Punkte.

Israel | Moran Mazor: Rak bishvilo

http://www.youtube.com/watch?v=ldSzfsFfC0s

Huch, die Brille von Nana aus Griechenland… Aber so eine Jammerballade hat die Mouskouri nie gesungen! Mich berührt sowas nicht, mich nervt’s leider eher. Also nochmal nix, 0 Punkte.

Kroatien | Klapa S Mora: Mižerja

http://www.youtube.com/watch?v=LQDGlNnhBvI

Boah, so heilig gucken normalerweise nur die Sänger im Kirchenchor. Man wirft ja dem Eurodance immer vor, keine originelle Idee zu haben. Oder zumindest immer dieselbe. Aber das hier ist doch auch so monoton wie ein Gebirgsbach bei Windstille. 0 Punkte und danke für garnix.

Lettland | PeR: Here We Go

Also dass der junge Mann mit dem Mikrofon unter der Jacke nichts drunter hat, wird viele Besucher in der Halle freuen. Musikalisch anspruchsvoll klingt allerdings anders, auch wenn die Nummer nicht berechenbar ist. 1 Trostpünktchen für den Mut, was zu versuchen.

Litauen | Andrius Pojavis: Something

Ach der Arme! Der weiß ja überhaupt nicht, wohin mit seinen Armen. Soll er tanzen? Sich bewegen? Gefühlig in die Kamera gucken? Falls bei der Nummer Gefühl aufkommen soll, ist es Mitleid. Und wie heißt noch dieser Fernsehmoderator, an den mich der Sänger erinnert? … Jau: Jochen Schropp. 0 Punkte.

Malta | Gianluca Bezzina: Tomorrow

Hey, das mit der Gitarre und dem Sound ist aber abgeschaut bei Passenger oder seinem Kumpel Ed Sheeran. Netter Song, aber doch bitte nicht in diesem Pulli und dieser kinderdurchfallfarbenen Hose präsentiert! Handgemachte Musik ohne Schnickschnack, ich mag sowas. Ich hau 7 Punkte raus – aber davon bitte ein neues Outfit kaufen!

Mazedonien | Esma Redzepova-Teodosievska & Vlatko Lozanoski-Lozano: Pred da se razdeni

Ich werd das Gefühl nicht los, dass ich diese Ballade, diese Takte, diese Balkanklänge schon soooo oft gehört hab. Das macht die komische Frau in Rot auch nicht besser. Nix dafür! 0 Punkte.

Moldau | Aliona Moon: A Million

Schiwa aus Moldawien. Dazu mindestens das bekloppteste Kleid des Wettbewerbs (wenn Natalie Horler nicht wieder den kurzen Rock aus dem Vorentscheid trägt…) und ne Windmaschine-von-der-Seite-Frisur. Das ist alles nicht richtig stimmig und reichlich albern. Die Ballade ist aber hübsch schmalzig, bis die Dame mich am Ende so anschreit. Nene, lieber doch nur 0 Punkte.

Montenegro | Who See: Igranka

Uiii, Gangster aus Montenegro, die so tun, als würden sie mit Atombrennstäben handeln. Böse-Jungs-Musik und ne großbusige blonde Frau. Das ist so mal was sehr Spezielles. Ganz spezielle 0 Punkte hab ich dafür parat.

Niederlande | Anouk: Birds

Tolle Stimme. Song zum Reinlegen. Was ganz Besonderes im Teilnehmerfeld. Anouk selbst sprach von einem „Killersong“ – ich glaube, vor dem muss die Konkurrenz echt Angst haben. Volle Punktzahl: 12

Norwegen | Margaret Berger: I Feed You My Love

Das engste Kleid des Abends. Die Stimme klingt auch etwas gequetscht… Und geht in der wummernden Discomukke doch arg unter. Ein Ohrwurm ist das nicht. Wird das auch nicht. 0 Punkte auch hier.

Österreich | Natália Kelly: Shine

Shine-bar hab ich den Song schon während des Hörens wieder vergessen. Austauschbar, ohne Charakter. Da nützt auch der Momo-Blick der Sängerin nichts. 0 Punkte an die Nachbarn in den Skigebieten.

Rumänien | Cezar: It’s My Life

Also ich schwör, dass ich die Nummer – nicht von so nem Opernsängerdarsteller gesungen – vor 20 Jahren schon gehört hab. War das nicht Dr. Alban? Oder Snap? Ein bisschen aktueller Bon Jovi ist auch drin. Kurz vorm Tinnitus. Minus 0 Punkte.

Russland | Dina Garipova: What If

Sehr schöne, klassische Ballade. Was wäre, wenn wir alle ein bisschen an den Nächsten dächten? Das hat was von „Ein bisschen Frieden“. Warum das ausgerechnet aus Russland kommt, wäre Politik und hat beim ESC nichts zu suchen. Das Lied jedenfalls hör ich gern noch öfter. 10 Punkte von mir.

San Marino | Valentina Monetta: Crisalide

Noch so eine leidende Sängerin. Bisschen schwer nachzuvollziehen, was ihr wehtut, wenn die meisten Europäer den Text nicht verstehen. Aber am Ende ist sie wieder fröhlich. Schön für sie. Dann braucht sie auch keine Punkte – 0 von mir.

Schweden | Robin Stjernberg: You

Schweden will dieses Jahr auf keinen Fall gewinnen, erzählen die Experten. Deswegen sei schon das Melodifestivalen, der traditionsreiche Vorentscheid der diesjährigen Gastgeber, ne ganze Spur mauer und langweiliger gewesen als sonst. Die Gefahr des Sieges besteht mit diesem Song aber eh nicht. Der wird für Stimmung in der Halle sorgen, keine Frage. Berührt aber nicht. Da nützt auch der smarte Sänger nix. 2 Punkte für die Gastgeber.

Schweiz | Takasa: You And Me

Also erstens macht der Song gute Stimmung. Zweitens bleibt der im Ohr. Und das Video ist auch noch witzig. Mehr kann man fast nicht erwarten. Ich geb 8 Punkte.

Serbien | Moje 3: Ljubav je svuda

Musikalisch so mit das plastikhafteste, das dieser ESC zu bieten hat. Wer’s mag… Ich nicht! 0 Gummipunkte.

Slowenien | Hannah Mancini: Straight Into Love

Hey, noch so ne Sturmfrisur! Und ne Rumms-Bumms-Ballade, die das Gefühl in Beats erstickt. Ich fange an mich zu langweilen. 0 Punkte.

Spanien | El Sueño De Morfeo: Contigo hasta el final

Ein Pony wie Loreen, Video-Bilder wie bei Rosamunde Pilcher – aber ein echt schönes, entspanntes Liedchen mit Gefühl und Lebensfreude. Und mit dem Schwung, der dem gefühligen Italiener fehlt. Also gibts hier 3 Punkte.

Ukraine | Zlata Ognevich: Gravity

Ich komm langsam mit den Balladenmädels hier durcheinander. Und was bitte sollen hier diese „König der Löwen“-Anklänge? Das ist auch alles nicht stimmig. 0 Punkte.

Ungarn | ByeAlex: Kedvesem

http://www.youtube.com/watch?v=Lp2taYgtQOk

Wow. Nichtmal eine Minute läuft der Titel, und ich schlaf schon. Konnte aber grad noch das Täfelchen mit 0 Punkten rausstellen.

Weißrussland | Alena Lanskaja: Solayoh

Na, was hat der Diktator diesmal geschickt? Blondine, Tänzer und eine austauschbare Rum-tum-tam-Nummer. Nicht mal trashig. 0 Punkte.

Zypern | Despina Olympiou: An me thimase

Okay, damit schicken wir die Zuhörer dann final ins Koma. Gelangweilte 0 Punkte.

Ein Freund uns ESC-Kenner schrieb dieser Tage sehr treffend: Kein besonders guter Jahrgang. Das stimmt zweifellos. ESC-Euphorie bricht da bei mir in der Tat nicht aus.

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Ein Gedanke zu „Netherlands: Twelve Points! – Der große ESC2013-Check.“

  1. Mutige Wahl. Die Schweiz schickt immer gute Lieder, schafft es aber nie ins Finale. Aber das von diesem Jahr finde ich wesentlich schlechter als beispielsweise Lunik, also vielleicht doch eine Chance.

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