Der Traum vom permanenten Brückentag

Na, wie viele haben Sie beim Chef und den Kollegen rausgeschlagen? Nee, nicht Mettbrötchen beim letzten Bürofrühstück… Brückentage! Diese praktischen Freitage zwischen Feiertags-Donnerstag und Wochenende. Gibts ja jetzt im Mai einige von. Und in jedem Betrieb finden sich immer ein paar Experten, die diese Tage frühzeitig im Blick und als Urlaubstage gebunkert haben. Ich bin keiner von denen, wie ich für WDR4 festgestellt habe (und hören Sie mal am Ende, was die Musikredaktion für danach ausgesucht hat…):

2, 3, 10, 31 – das sind die Glückszahlen für Arbeitnehmer. Wer die im Mai auf nem genehmigten Urlaubsantrag stehen hat, kann gepflegt liegen bleiben. Mehr als den halben Monat. Wochenenden, vier Feiertage, dazu die genannten vier Brückentage zwischen den eh freien Daten: Macht im Mai 16 Tage frei.

Für die, die schnell genug waren. Die schon letztes Jahr ungewohnt windhundgleich aus dem Büroschlaf geschreckt sind – kurzzeitig! – und den Urlaubsantrag für Mai 13 ausgefüllt haben. Vor allen Kollegen. Ich sag mal so: Hier bei uns im Team sind das derzeit nicht die beliebtesten Mitarbeiter. Die, denen man auch schon mal nen Kaffee mitbringt.

Dafür sind wir, die wir arbeiten müssen, um so kreativer. Auf unseren Dortmunder WDR-Fluren wird derzeit gebrainstormed, dass es nur so pustet. Ein wahrer Brückensturm. Die Musikredaktion sucht für die Brückentage schon die alten Schätzchen raus, denn wir wissen ja: Ein Lied kann eine Brücke sein: Also Ingrid Peters mit “Über die Brücke geh’n”. Wem die eine nicht reicht, der bekommt die sieben Brücken von Peter Maffay. Und Simon and Garfunkel besingen nochmal ihre Bridge over troubled water. In NRW sind ja viele von den Dingern kaputt. Dehalb stellen sie sich im Verkehrsstudio schon auf besonders tolle Kurzurlauber-Staus an den langen Brückentags-Wochenenden ein. Und die Lokalzeit-Kollegen planen Berichte über Eselsbrücken, einen Ausflug mit Zuschauern auf eine Himmelsbrücke und über Zahnärzte, die basteln die Bauwerke ja im mundgerechten Miniaturformat.

Doch das sind alles Kinkerlitzchen gegen die Gedanken der Bayern. Die suchen nach ner goldenen Brücke für Uli Hoeneß. Denn der will nicht in den Knast. Der will nicht 365 Tage im Jahr arbeitsfrei haben. Und ist damit wohl der einzige, der grad nicht vom permanenten Brückentag träumt.

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