… und die Beatles singen dazu „All you need is love“

Ein Debutroman, der es in sich hat: “Die Falle” von Melanie Raabe. Diese Falle will eine Schriftstellerin einem Mann stellen, von dem sie glaubt, er habe vor 12 Jahren ihre Schwester ermordet. Ein gefährliches Unterfangen.

Für WDR 2 habe ich diesen hervorragenden Krimi besprochen:

Story

Linda Conrads hat seit mehr als zehn Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen. Denn sie hat Angst. Angst vor dem Mörder ihrer Schwester. Den sie jetzt unvermittelt im Fernsehen wiedererkennt. Da weiß sie: Sie muss ihn überführen, dem Mann eine Falle stellen. Praktisch: Der Mann ist Journalist, sie selbst Bestsellerautorin. Für ein Interview lockt sie ihn zu sich. Ein Interview, das zum Verhör des Interviewers werden soll. Perfekt geplant, strategisch vorbereitet. Allerdings von beiden!

Hauptfigur

Linda Conrads, 38, Bestsellerautorin. Traumatisiert, seit sie vor 12 Jahren ihre ermordete Schwester Anna fand und wenige Sekunden dem Mörder in die Augen blickte. Sie zog sich zurück, verließ ihr Haus nicht mehr. Ihr neuester Roman erzählt ihre eigene Geschichte. Die auch wir zu lesen bekommen. In Auszügen. Als Roman im Roman. Und dann blicken wir tief in Lindas Seele, hören ihrem inneren Monolog zu, ihrem Kampf mit den Zweifeln. Ihrer Angst, sich der Wahrheit zu stellen. Oder besser: dem, was vielleicht die Wahrheit sein könnte. Denn hat sie ihre Schwester wirklich nur gefunden und einen Mörder gesehen? Oder hatte sie nicht selbst das Messer in der Hand?

Nebenfiguren

Zwei Männer bestimmen Lindas Leben und Handeln: Da ist zum einen Viktor Lenzen, erfolgreicher Journalist bei der Zeitung und im Fernsehen. Ihn glaubt Linda als Annas Mörder erkannt zu haben. Das Interview zwischen den beiden ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Buches. Ein Gespräch wie ein Schachspiel – nur spannender.

Der andere wichtige Mann ist Kommissar Julian Schumer. Er hat Linda damals versprochen, Annas Mörder zu finden. Ein romantisches Versprechen, so leichtsinnig wie unprofessionell. Wie weit die Romantik zwischen den beiden ging, diese Frage wurde für all die Leser in die Handlung gewoben, denen ein Thriller ohne Lovestory zu fad ist.

Autorin

Melanie Raabe, Jahrgang 1981. Geboren in Thüringen, aufgewachsen in einer Kleinstadt in NRW. Arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin in Köln. Ihre große Liebe: Interviews. Dafür betreibt sie im Netz ein eigenes Interviewblog. “Biographilia”. Dort kommt sie Menschen nahe, ihrer Geschichte, dem, was sie antreibt. Wie Linda Conrads in dem fiktiven Verhörinterview dieses Buches.

Fazit

Ein Psychothriller, der über weite Strecken als doppeltes Kammerspiel daherkommt: Im Haus, in das sich Linda Conrads zurückgezogen hat. Und in ihrem eigenen Kopf. Die wuchtigen, direkten Dialoge kommen auf den Punkt, reden nicht drumrum, lassen den Leser mit allen Sinnen in die Handlung einsteigen. Dazu spielen die Beatles “All you need is love”.

Warum? (Achtung: Spoilerwarnung! Wer es nicht wissen will, sollte jetzt nicht weiterlesen!) – “All you need is love” bringt Linda direkt mit dem Mord an Anna in Verbindung. Sie glaubt, dieser Song führe sie zum Mörder. Doch der kann den auch einsetzen, um sie in die Irre zu führen.

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