Archiv der Kategorie: Allgemein

Viel Eckiges ums Runde

Drei Cover von Büchern zur WM

Wir haben bei WDR 2 am 1. Juni Bücher zur Fußball WM vorgestellt. Dafür war ich in der Bunten Abteilung der Buchhandlungen unterwegs und habe drei Bücher auf den WM-Tischen gefunden, die mich spontan angesprochen und überzeugt haben.

Anekdoten mit allen Sinnen genießen

Das erste Buch wird Fußballfans schon mit seinem Duft überzeugen: Das hat einen Kunstledereinband. Riecht deshalb wie ein Fußball, fühlt sich auch so an – und draufgedruckt ist das schwarzweiße Ballmuster auch. Schafft also Fußballatmosphäre für fast alle Sinne. Das kleine Büchlein hat auch inhaltlich eine chice Idee: Es heißt “Das beste Spiel aller Zeiten”. Viel Eckiges ums Runde weiterlesen

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Mehr Verstand, weniger Hysterie!

Ein Gastbeitrag von Klemens Ketelhut, Lehrbeauftragter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Arbeitsbereich historische Bildungsforschung und pädagogische Frauen- und Geschlechterforschung.

Manchmal weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Die aktuelle Debatte um eine zunehmende Sichtbarkeit von nicht-heterosexuellen Orientierungen oder Identitäten kommt mir wie eine trübe Suppe stereotyper Vorurteile vor, in der jedes Mittel zur Diskreditierung derjenigen, die eine Öffnung von Schulen und anderen Teilen der Gesellschaft befürworten, legitim zu sein scheint. Kindeswohl, Frühsexualisierung, Verlust kirchlicher Werte, Niedergang der Kultur und nicht zuletzt die große Rede über „Regenbogenideologie“ oder eine angebliche „Homo-Lobby“ werden, gern noch mit patriarchalen und völkischen Argumenten, in einen großen Ressentiments-Kessel gesteckt, der auf dem Scheiterhaufen von Demokratie, Aufklärung und Menschenrechten seinen Platz findet. Mehr Verstand, weniger Hysterie! weiterlesen

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Betr.: Hitzlsperger

Wider die politische Gegenkorrektheit: Ich arbeite bei einer populären Radiowelle. Wir beschäftigen uns seit Mittwochmittag (08.01.2014) recht ausführlich mit der Tatsache, dass der ehemalige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger Männer liebt. Und das öffentlich gesagt hat.

Dafür bekommen wir – wie auch die Kolleg_innen bei den anderen Medien – Reaktionen von Leser_innen und Hörer_innen. Viele zustimmende, die Hitzlspergers Schritt loben. Das sind die mit Namensnennung. Aber auch viele ablehnende, abwertende, hässliche. Die kommen dann meistens anonym. Einer meiner Facebookfreunde nannte diese Haltung sehr treffend „politische Gegenkorrektheit“. Betr.: Hitzlsperger weiterlesen

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Jeden Morgen den Tod begrüßen

Das war ein spannendes Gespräch mit einer Frau, die eigentlich selbst immer die Fragen stellt: Sabine Brandi war zwei Stunden mein Gast bei eldoradio*. Hier gibts das Gespräch nochmal zum Nahhören:

Sabine Brandi bei eldoradio*Die Dortmunder Journalistin hat an der hiesigen Uni studiert und führt seit Jahrzehnten beruflich Gespräche: „0137“ bei premiere / „Westzeit“, „Tagesgespräch“ und „Neugier genügt“ im WDR Radio / „Aktuelle Stunde“ und „Parlazzo“ im WDR Fernsehen. Sie hatte verblüffende Einsichten im Gepäck über Neugier, Atmen und das Glück, endlich mal bei eldoradio* auffem Sender zu sein. Denn das möchte sie schon seit Jahren, wie sie im Gespräch verraten hat. Natürlich mit der ganz speziellen Aufregung, nicht Interviewerin, sondern Gast zu sein.

Wer zuhört, erfährt, wie das damals war in einem vermeintlich desaströsen Interview mit Inge Meysel, warum Sabine Brandi jeden Morgen den Tod begrüßt, was sie von Angst hält – und natürlich, warum Neugier manchmal eben doch nicht genügt.

Und HIER kann man den eldoradio*Podcast abonnieren, um diesen und viele andere Beiträge runterzuladen.

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Wer singt denn da in Baku?

Der große Chancen-Check für den Eurovision Song Contest (ESC) 2012 Ende Mai in Aserbaidschan. Das hier ist die große Übersicht über alle Teilnehmer beim ESC, alle Videos, spannende Links. Und meine ganz persönlichen Kommentare und Einschätzungen zu jeder einzelnen Nummer.

Albanien :: Rona Nishliu _ Suus

Eine 25-Jährige aus dem Kosovo singt diesmal ein Klagelied. Das erste Mal, dass eine Kosovarin für Albanien antritt. Wer’s gerne depri mag… Bittesehr! Aber Stimmung wird da nicht aufkommen. Nix für mich. :: Deshalb von mir: 0 Punkte.

Wer singt denn da in Baku? weiterlesen

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Radarkontrollen: Abzocke?

Sie spalten Deutschlands Autofahrer: Radarfallen, Geschwindigkeitskontrollen, Laserpistolen. Für die einen sind sie ein notwendiges Übel, um für Ordnung auf den Straßen zu sorgen. Andere halten sie schlicht für staatliche Geldbeschaffungsmaschinen.

Über dieses Streitthema habe ich mir mit dem Kollegen Jörg Dierkes ein kleines Duell auf dem Bildschirm geleistet. Und wir haben in der Lokalzeit aus Dortmund auch die Zuschauer_innen zu Wort kommen lassen.

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Offener Brief an Thommy

Thomas Gottschalk macht Schluss mit „Wetten, dass..?“. Mit der Sommerausgabe von Mallorca läuft die letzte reguläre Ausgabe seiner Show. Im Herbst folgen noch ein paar Rückblicksendungen, aber das ist die Kür. Zeit also, zurückzublicken. Ich hab das für WDR 4 getan – mit einem offenen Brief an den Moderator:

Lieber Thomas Gottschalk,

das wars dann also bald. Wobei ich mich ja in letzter Zeit eh öfter gefragt habe: Wie, das war schon alles? Irgendwie sind die Zeiten, zu denen ich mich auf Wetten, dass..? am Samstagabend gefreut habe, schon länger vorbei. Und das liegt auch an Ihnen. An Ihrem offensichtlichen Desinteresse an Ihren Gästen und Kandidaten. Ihre Gespräche als belanglos zu bezeichnen, wäre geschönt. Okay, ist auch nicht so leicht, aus Hollywood-Promis auf Filmpromotiontour was Sinnvolles rauszubekommen. Aber Sie haben es in den letzten Jahren nichtmal mehr versucht. Offener Brief an Thommy weiterlesen

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Reporter aus Leidenschaft

Die Erinnerung an den 11. September 2001 bewegt ihn noch heute: WDR2-Reporter Horst Kläuser berichtete damals live aus Washington.

Im eldoradio*Gesprächsstoff hat er sich an diese und andere Szenen seiner Journalistenlaufbahn zurückerinnert – und traf dabei überraschend auch auf Weggefährten. Seinen ersten Radiochef zum Beispiel, Hajo Jahn, der den Zeitungsreporter Kläuser 1977 zum WDR holte.

Das komplette Interview gibt’s hier nochmal zum Nachhören:

cvs Compazine

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In 3:30 durch den ESC

Wer geht am 14. Mai in Düsseldorf ins Rennen? Ein kleiner Ritt durch das 43-Länder-Teilnehmerfeld des Eurovision Song Contest, wie er bei WDR4 gelaufen ist:

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ESC 2011: Die Teilnehmer im ChancenCheck

Wer gewinnt am 14. Mai in Düsseldorf den Eurovision Song Contest? Und wird damit Nachfolger von „unserer“ Lena? Alle Teilnehmer jetzt hier im kurzen ChancenCheck – und alle Videos gibts auf der offiziellen Homepage des ESC beim NDR.

Zusammengefasst: Island, Aserbaidschan, Finnland, Slowakei, Weißrussland, Dänemark, Großbritannien und, ja, auch Deutschland werden um die vorderen Plätze kämpfen. Glaube ich.

Was die englischen Buchmacher von den Songs halten – bzw. welche Wetten bei ihnen eingegangen sind, gibt es z.B. bei NicerOdds und OddChecker nachzulesen.

Und hier nun im Einzelnen:

Das erste Halbfinale:

POLEN | Magdalena Tul _ Jestem

Klingt wie tausendmal gehört. Ein Rhythmus, eine Idee, nix Besonderes. ESC 2011: Die Teilnehmer im ChancenCheck weiterlesen

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NRW schafft die Studiengebühren doch nicht ab?

eldoradio*, das Dortmunder Campusradio, wartete am Freitag (01.04.2011) mit einer sensationellen Meldung auf: Die Studiengebühren in NRW bleiben bestehen. Ein Vertreter des Wissenschaftsministeriums und Kollege Stefan Erdmann hatten die Einzelheiten. Sehr hörenswert:

Teil 1:

Teil 2:

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Jahreswechsel jetzt!

Ende März ist es erst – aber haben Sie nicht auch das Gefühl, dass schon wahnsinnig viel passiert ist dieses Jahr? Dauernd Sondersendungen viagra Fernsehen, die Zeitungen sind voll, man kommt irgendwie gar nicht mehr mit. Deswegen finde ich auch:

Mal ehrlich: Im Grunde isses Zeit für die Jahresrückblicke! 2011 ist voll. Mehr geht in dieses Jahr einfach nicht rein. Kerner, Gottschalk, Plasberg und wie ihr Rückblicker alle heißt: Holt eure Sofas aus dem Fundus und ladet sie alle ein: Guttenberg, Magath, Brüderle (wenn ihr von dem die Wahrheit hören wollt, stellt ihm übrigens nen Schoppen hin…). Außerdem Ranga Yogeshwar, der nochmal erklärt, wie Atom geht. Und Scholl-Latour sowieso.

War ja schon echt viel los: Terroranschlag auf dem internationalen Flughafen von Moskau. Ein Amokläufer schießt in Tucson (Arizona) auf eine Kongessabgeordnete. In Tunesien und Ägypten demonstrieren die Menschen ihre Despoten Ben Ali und Mubarak aus dem Amt. Kurz drauf führen wir Krieg gegen Gaddafis Libyen. Hochtief wird spanisch. Frau Merkels falscher Doktor verlässt mit großem Zapfenstreich die Bundeswehr. In der Bundesliga geht es mit Trainerentlassungen, Neuverpflichtungen und Tauschgeschäften zu wie im Swingerclub. Und dann erlebt Japan eine Katastrophe, die für drei Actionreißer im Kino zu viel wäre: Horrorbeben, Tsunami und fünf außer Kontrolle geratene Atomreaktoren in Reichweite eines Ballungsraums mit 34 Millionen Menschen: Sowas traut sich kein Drehbuchautor.

2011 hat es sich getraut. Und deswegen is jetzt auch gut. 489 Eilmeldungen seit 1. Januar haben die Nachrichtenagenturen rausgehauen. Das reicht normalerweise für zwei Jahre. Komplette!

Deswegen: Sorry, liebe Sonnenmilch-, Urlaubsflieger- und Parfümindustrie, aber Sommerferien und Weihnachtsgeschäft fallen dieses Jahr aus. Wir müssen eh sparen.

Am Freitag is dann erster April. Und dann heißt es endlich: Frohes Neues!

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Gedanken über 12 Sätze Herbert.

Viele verstehen ihn ja nicht, den Herbert Grönemeyer. Akustisch wie inhaltlich. Das aktuelle Album „Schiffsverkehr“ ist da erstaunlich klar, wie ich finde. Und so kann man sich beim Hören prima auf die Suche nach den schönsten Zeilen machen. Meine Lieblingszeilen aus den zwölf Songs hab ich hier mal zusammengestellt. Mit Begründung. Für jedes Lied eine.

(1 _ Schiffsverkehr) Es gibt kein Damals mehr. Es gibt nur ein Jetzt. Ein Nach Vorher.
Die Sehnsucht des Songs versagt ihm den Blick zurück. Augen geradeaus. Nicht hinterhertrauern, sondern aufbrechen!

(2 _ Kreuz meinen Weg) Wenn du nicht fürs Zerreden lebst: Kreuz meinen Weg.
Jaaa! Menschen mit Tatkraft und dem Mut zur Entscheidung nach vorne! Wer liebt Bedenkenträger?

(3 _ Fernweh) Monotonie. Ist wie ein Schuss ins Knie. Und weiter bringt sie einen nie.
Mutiger Reim… 😉 Aber doch irgendwie wahr… Schließlich meinte schon der Lateiner „variatio delectat“.

(4 _ Unfassbarer Grund) Man sagt oft nichts und redet viel. Im Fieberwahn. Im Hochgefühl.
Kennt wohl jeder. Wenn die Zunge fix und der Kopf taub ist.

(5 _ Deine Zeit) Unterschreib mit weisser Tinte.
Ein schönes Bild in einem Lied über Demenz. Ästhetik des Unfassbaren.

(6 _ Erzähl mir von morgen) Brich mir mein Herz. Und dann flieh mit mir. Lieb mich für mich.
Nur weg! Völlig verzweifelt mit sich selbst legt er sich komplett in andere Hände.

(7 _ Auf dem Feld) Tanzt das goldene Kalb. Lasst die Schultern kalt.
Berichtet direkt aus der empathiefreien Zone einer Investmentabteilung. Klingt zumindest so.

(8 _ Zu dir) Weil sichs nur zu leben lohnt, wenn Du mich betonst, will ich zu Dir.
Den anderen „betonen“. Also in der Eigenheit verstärken. Nicht verändern oder vervollständigen. Eine schöne Sicht auf das „Wir“.

(9 _ Wäre ich einfach nur feige) Wäre ich einfach nur feige.
… oder dumm und simpel. Dann wäre manches einfacher. Denkt man bisweilen.

(10 _ Lass es uns nicht regnen) Aus und vorbei. Jedes Herz kehrt zurück.
Wenn aus dem Wir wieder Ich und Ich werden. Alles auf Anfang.

(11 _ So wie ich) Ich bin total in mich verliebt. Ich bin so froh, dass es mich gibt.
Das muss ja auch mal gesagt werden!

(12 _ Bonustrack) Von mir aus braucht kein Hahn nach mir schrei’n. Ich bin sehr gern allein.
Ein Lied über den November. Für mich das zweite tolle nach Lee Buddhas „Novemberhände“.

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Die doppelte Lena

Nu isser weg, der Guttenberg. Aber noch vor ein paar Tagen bot er besten Schmierstoff für Radioglossen. Wie diese zum Beispiel am 22.02.2011, dem Tag des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest. An dem Abend wählten wir alle unseren Song für Deutschland. Das Fernsehpublikum entscheidet, mit welchem Lied Lena Meyer-Landrut ihren Titel am 14. Mai in Düsseldorf verteidigen soll. Und dabei hätte sie beinahe gegen fast-sich-selbst antreten müssen. Denn eine Lena-Kopie war aufgetaucht.

Kehr, der Ralph Siegel, der ist echt noch einfallsreicher als, na sagen wir mal als der Ex-Doktor-Freiherr von der Truppe. Dachte sich der olle Ralph doch: So’n junges Mädel mit langen braunen Haaren, Rehaugen und gaaaaaanz viel Unschuld im Blick, die wär doch mal genau die Richtige, um den Grand Prix – ja ich glaub der Siegel sagt immer noch Grand Prix – also so eine wäre genau die Richtige, um für Malta den Eurovision Song Contest zu gewinnen. Mal was ganz anderes. Hip, frisch, unverbraucht.

Was sagen Sie? So eine hatten wir doch schon? Das Fräulein Lena? Ach, sagen Sie bloß! Na, das hat Schlagerveteran Siegel bestimmt nicht mitbekommen. Ooooooder er hat die Anführungsstriche vergessen und die Fußnote “zitiert nach Stefan Raab und dem deutschen Lena-Meyer-Landrutschsieg 05/2010”. Kann ja schon mal passieren, geht ja vielen so in diesen Tagen, dass ihnen ne Quellenangabe durchrutscht!

Domenique Azzopardi heißt die Lena aus Malta – und dass die auch im schwarzen Kleid auftritt und sich etwas ungelenk bewegt, wo andere tanzen würden, das ist alles purer Zufall, sagt Siegel. Der für das Lied übrigens direkt mal sich selbst kopiert. “I’ll follow the sunshine” wollte er letztes Jahr schon gerne unsere Lena singen lassen, das wollte aber deren Mentor Raab nicht. Und jetzt, ja jetzt wollten die Malteser es auch nicht. Ausgeschieden im Vorentscheid.

Wird also nichts mit Lena gegen Lena in Düsseldorf –  genau das würden wir in Deutschland ja schon kennen, also zumindest die paar, die es gesehen haben. Hier tritt Lena ja grad zwölf mal gegen sich selbst an. Heute im Finale mit den letzten sechs Liedern. Und dafür braucht sie auch wieder fast zwei Stunden, sogar ohne Werbung diesmal.

Das hat der Selbstverteidigungsminister dieser Tage echt besser hingekriegt. Der hat wenigstens ganze Uni-Seminare flott gemacht und zum Plagiatsuchen angespornt. Während Frau Titelverteidigerin nebst Jurypräsident seit zwei Shows gepflegte Langeweile vor den Fernsehschirmen verbreitet. Dieser Satz stammt übrigens von meiner Redakteurin, weshalb ich an dieser Stelle eine Fußnote einfügen muss: Hochgestellte 1, Bettina Nutz, Köln 2011.

Jetzt aber wieder mein Originalton:

Ich hatte an dieser Stelle vor ein paar Wochen noch behauptet, der Raab, der ist Profi, der lässt sich bestimmt noch ne Überraschung einfallen, die uns alle von den Sofas fegt. Hab ich die verpasst? Verschlafen? Ich fürchte: nein.

Aber vielleicht ja heute Abend im Ersten. Vielleicht kopiert unsere Chartstürmerin aus Hannover da ja tatsächlich Guttenberg, damit sie nicht like a satellite beim Wiedereintritt in irdische Sphären verglüht. Der hat ja heute verkündet, er verzichte vorerst auf seinen Titel.

(c) WDR4, 22.02.2011

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Lena: Legende oder Dschungelcamp 2012?

Heute beginnt die Eurovision-Song-Contest-Saison 2011. Und das ist eine ganz besondere für die deutsche Fangemeinde, denn in diesem Jahr ist der Grand Prix zum zweiten Mal in seiner Geschichte in Deutschland. In Düsseldorf geht es am 14. Mai um die begehrten Twelve Points aus ganz Europa. Klar ist ja: Für Deutschland soll Lena ihren Titel verteidigen. Doch mit welchem Lied? Das entscheiden ab heute die Fernsehzuschauer. Ein riskantes Unterfangen, wie ich im „Auf ein Wort“ bei WDR4 am 31.01.2011 feststellte:

Vor einem Jahr kannte sie noch keiner, doch heute schon steht Lena am Scheideweg ihrer Karriere: Entweder wird sie am 14. Mai zur lebenden Legende – oder zur heißen Anwärterin fürs Dschungelcamp 2012. Wo sich ehemalige oder Möchtegern-Prominente für ne kleine Mark mit der Kakerlake auf Du und Du begegnen. Und irgendwann so einen Hunger haben, dass selbst Madensnacks zur Delikatesse werden.

Denn: Titelverteidigung – dieses tollkühne Unterfangen hat noch nie jemand versucht in der 55-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest. Es gab zwar schon Mehrfach-Sieger, den Iren Johnny Logan zum Beispiel. Aber noch keinen Irren, der es direkt nochmal wissen wollte.

Lena zur Dschungelprüfung? Ja, es könnte sein, dass ausgerechnet Stefan Raab, ihr Entdecker, dass ausgerechnet er sie “zack die Bohne” in die Arme der moderierenden Lästerschwestern Bach und Zietlow treibt. Denn eins ist mal klar: Die Nummer vom letzten Jahr zieht nicht mehr.

Als USFO damals losging, Unser Star für Oslo, das Eurovisionscasting, da faszinierte Lena alle. Unbeschwert, unverbraucht, unkonventionell. So eine gabs bis dahin nicht. Deswegen flogen ihr die Herzen Europas zu. Aber was vor einem Jahr neu war, das lockt schon jetzt keinen mehr hinterm Ofen hervor. Selbst die Konzertkarten für ihre Tour im Frühjahr verkaufen sich eher schleppend. Deswegen klingt das Konzept der drei Auswahlshows, die heute losgehen, auch echt beängstigend: Lena singt zwölf Lieder – das dauert drei Sendungen (jaaa, DREI Sendungen … Ausrufezeichen!) – und am Ende entscheiden wir Zuschauer, welches davon unser Song für Deutschland ist. *gähn* Sind Sie noch wach? Wenn DAS alles ist, dann erscheint mir das Programm meiner Spülmaschine verlockender.

Aber ich habe die leise Hoffnung, dass Stefan Raab und seine Mitstreiter genau das wissen. Das sind schließlich Profis. Also werden die sich schon was überraschendes einfallen lassen. Ich wär ja für ein Duett. Das bringt Wärme, Gefühl, Spannung auf die Bühne. Lena und … ja und wer? Wie wärs mit Alexander Rybak, dem Song-Contest-Gewinner von 2009, diesem sympathischen Geiger aus Norwegen? Der steht eh auf Lena, schreiben die Zeitungen. Er hat ja sogar beim Gratulieren letztes Jahr nen Kuss von ihr abgestaubt. Und ein Lied schreiben wollte er für sie auch schon. Also: Da geht doch was! Zwei Titelverteidiger aus zwei Ländern, die gemeinsam nochmal angreifen. Das wär doch ne Supergeschichte für Europa. Wenn sich die beiden dann auch noch ne kleine Romanze andichten… aber neee, besser nicht, das ist schon bei Indira und Jay grad mächtig in die Dschungelhose gegangen.

Und wenn es am 14. Mai dann doch nicht genug Punkte aus Europa gibt, dann sammeln Lena und Alex kommenden Januar eben gemeinsam Sterne im Tunnel des Grauens fürs Abendessen der anderen Pleite-Promis.

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Der Steiger im Gesprächsstoff

Er moderiert den Dortmunder Karneval „Geierabend“, ist „der Steiger“ und einer der AWo-Oppas“ – und das ist nur ein kleiner Auszug seines Schaffens: Martin Kaysh.

Der Kabarettist, Journalist, Autor und Moderator war bei mir zu Gast im eldoradio*Gesprächsstoff. Zwei Stunden gings um den Humor der Ruhris, die Wirkung der Kulturhauptstadt RUHR.2010, seine Vergangenheit im Heim und die Zukunft des Journalismus im Ruhrgebiet.

Einer der Höhepunkte der Sendung: der Überraschungsgast für Martin Kaysh. Sebastian23, alias Sebastian Rabsahl aus Bochum, ist einer der Stars der NRW-PoetrySlam-Szene. Und Martin schwärmte im Gespräch von dessen Können – ohne zu wissen, dass er kurz drauf am Telefon sein würde. Eine gelungene Überraschung…

Das ganze Gespräch – aus rechtlichen Gründen leider ohne die Musik – hier nochmal zum Nachhören:

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Fernsehtipp in eigener Sache: Samstag, 16:30 Uhr, WDR

„Steht auf, wenn ihr Ruhris seid! RUHR.2010 lebt weiter.“ So haben Thorsten Pfänder und ich unseren Jahresrückblick auf die Kulturhauptstadt genannt. Zu sehen gibt es den 45-minütigen Film am Samstag, 18.12.2010, um 16:30 Uhr im WDR Fernsehen.

Wir erinnern an die bewegendsten, tollsten, schönsten Momente des Jahres. Doch im Mittelpunkt des Films steht die Frage: „Was bleibt von RUHR.2010?“ Wo arbeiten die Städte weiter zusammen? Welche Projekte haben eine Chance, 2010 zu überdauern? Und was hat das Jahr Kulturhauptstadt für das Image der Region und das Selbstbewusstsein der Ruhris gebracht.

Adolf Winkelmann, Asli Sevindim, Ludger Stratmann, Fritz Pleitgen, Christian Eggert, Oliver Scheytt, Wulf Bernotat und der Zollvereiner Günter Stoppa versuchen sich an Antworten auf diese Fragen.

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Calli, Sarko und Pofalleraff in einer Person

Der Kabarettist und Radiocomedian Rene Steinberg war zu Gast bei eldoradio*. Im „Gesprächsstoff“ erzählte er nicht nur aus seinem bewegten Leben, sondern schlüpfte auch immer wieder in seine Rollen, die ihn bei vielen Radiohörern so beliebt machen.

Ob als wild salbadernder Sarko de Funes, als schleimiger Schlossaufseher Pofalleraff bei Gebieterin Merkelstein oder auch als Calli Calmund mit dem Wahlspruch „Et is nich allet Fett, wat jlänzt!“… bei Rene Steinbergs Nummern bleibt kein Auge trocken.

Neben vielen Kostproben seiner Parodien stellt er sich im eldoradio*Studio dem Comedyquiz und erzählt, warum sein Abitur mehr oder weniger Zufall war. Und noch viel mehr.

Rene Steinberg zwei Stunden im Radio: am Freitag, 05.11.2010, von 18 bis 20 Uhr in Dortmund auf UKW 93.0, im Dortmunder Kabel und live im Netz: eldoradio.de.

Außerdem gibt es hier die Podcast-Version zum Anhören – allerdings ohne Musik:

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Tut gar nicht weh: Hurts

100830_hurtsEndlich ist es da, das Debütalbum von „Hurts“. Ja genau, von den beiden Herren aus Manchester, deren „Wonderful life“ gerade immer genau dann läuft, wenn ich das Radio einschalte (wobei der Sender fast egal ist, bis auf die Schlager-, Wort- und Klassikwellen spielen ihn alle.) Hurts also jetzt mit nem ganzen Album. „Happiness“ heißt es. Und ja, genau die erzeugt es beim Hören.

Während dieser Text entsteht, schallt es zum ersten Mal aus meinen Boxen, und garantiert nicht zum letzten Mal. Die Mischung aus Elektronik und Hymne, aus Coolness und Gefühl in der Stimme, aus Traurigkeit und Optimismus, genau diese Mischung trägt mich beim Hören fort. Ein Album für die Tanzfläche voller erwachsener Menschen, die sich in die Musik reinfallen lassen wollen.

Toller Einstieg mit „Silver Lining“, dann die Single. Spätestens bei „Illuminated“ hat der Geist abgehoben. Es wird etwas dauern, bis man die einzelnen Stücke wirklich trennscharf unterscheiden und benennen kann, zunächst fließt der Sound von einem Track zum anderen. Das macht aus den 11+1 Nummern am Ende ein Ganzes.

Es sind große Namen wie Depeche Mode, mit denen Hurts schon verglichen wurden, aber da wollen wir mal nicht anmaßend werden. Da reden wir mal in drei Alben und den ensprechenden Verkaufszahlen nochmal drüber. Aber wünschen würde ich es ihnen nach diesem Debüt auf jeden Fall!

Und hier für alle, die nicht genug davon bekommen können, das Video zur Single:

[youtube Kuwdw7KmGwA]

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Von Butt Rettler, Eva Herman und dem Gefängnis mit Idyllegarantie

Michael Gantenberg ist Autor, Moderator, Journalist, lustig – ein vielseitig wort-talentierter Mensch. Ach ja, den Grimme-Preis hat er auch schon, für „Ritas Welt“ mit Gaby Köster.

Der Mann war zwei Stunden zu Gast im eldoradio*-Studio. Herausgekommen ist eine unterhaltsame Doppelstunde über sein neues Buch „Zwischen allen Wolken“, die Anfänge seiner Karriere, und die Frage, für welchen deutschen Comedian er auf gar keinen Fall schreiben würde.

Wer die Sendung nicht im Original hören konnte: Hier ist der (aus Rechtegründen) musikbefreite Podcast.

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